Jeff Weber

Jeff Weber ist ein ruhiger Mensch, so einfach, bescheiden und zurückhaltend wie man es von jedem erwartet, der in Blue Earth, Minnesota, geboren ist, ein Ort, wo die Erde so fruchtbar ist, daß man sagt, sie sei blau. Und auch für den schon als Kind sehr interessierten Weber erwies sich die Umgebung als fruchtbar.

Jeff Weber

"Als Kind wollte ich immer wissen, wie mechanische Dinge funktionieren," erinnert sich Jeff Weber. "Ich habe ständig herumgewerkelt, daß heißt etwas zusammengebaut oder auseinandergenommen."

Er verbrachte auch viel Zeit mit seinem Großvater, einem exzentrischen Art Director einer Werbeagentur, dessen rebellische Art und guter Geschmack einen tiefen Eindruck hinterließen. Von seinem Großvater hörte er zum ersten Mal etwas über Industriedesign.

Als Weber dann mehr über diese Materie erfahren hatte, wollte er sich mit nichts anderem mehr beschäftigen. "Für meine Kreativität hatte ich die richtige Nische gefunden," erzählt er.

Die anfängliche Neugier als Kind hat sich zu einer wirklichen Leidenschaft entwickelt. Als Designer setzt er sich mit Hingabe dafür ein, alles zu verbessern. Seine Interessengebiete reichen von "Fahrzeugen, die von Menschen angetrieben werden", also Fahrrädern, über Systeme zur Wasserreinigung bis hin zu Systemmöbeln. "Das Design und seine Auswirkungen auf den Menschen faszinieren mich immerzu. Ich kann dem nicht entgehen," sagt Weber.

Am meisten genießt er die Phase der Konzeptentwicklung, wenn das Problem erkannt ist und eine Lösung gefunden werden muß. "Ich finde es einfach toll, wenn bei mir der Funke zündet," erklärt er. "Ich kann dann kaum erwarten, etwas Greifbares zu produzieren, das ich analysieren kann, gleichgültig ob es sich um ein Modell oder eine Skizze handelt."

Weber führt seine Liebe zum Möbeldesign auf seine Arbeit mit Bill Stumpf zurück, der seit 25 Jahren für Herman Miller Designlösungen entwickelt. "Bill weiß so viel und ist so enthusiastisch. Von ihm kann ich ständig etwas lernen."

Seine Anstellung in Stumpfs Firma in Minneapolis, die heute Stumpf, Weber + Associates heißt, brachte Weber mit Herman Miller zusammen. Als Chefdesigner für das Sitzmöbelprogramm Caper setzte Weber sich zum Ziel, nicht nur funktionelle und bequeme, sondern auch bezahlbare Stühle zu entwickeln. "Gutes Design ist viel zu oft auch teuer," meint Weber. "Ich wollte mit diesem Klischee brechen."

Das Wissen, das sich Weber in der Vertragsmöbelindustrie aneignen konnte, kommt seiner jetzigen Suche nach besser durchdachten Designs im Wohnmöbelbereich zugute. "Das, was wir gelernt haben, z. B. über Sitzkomfort, möchte ich mit der gleichen Technologie auch im Wohnmöbelbereich umsetzen. Wir leben so ganz anders als vor 20 Jahren und wir müssen uns diesem Wandel stellen," führt Weber aus.